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Roy Moore
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Roy Stewart Moore (Aussprache: cite-ref-1[1], * 11. Februar 1947 in Gadsden, Alabama) ist ein amerikanischer Jurist und frĂŒherer Richter am Alabama Supreme Court; er ist Veteran des Vietnamkriegs und war zeitweise professioneller Kickboxer.cite-ref-badische-zeitung-de-11-12-017-frank-herrmann-2-0[2]
Contents
âą Weblinks
âą FuĂnoten
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Berufliche Laufbahn
Als oberster Richter Alabamas wurde Moore zweimal durch den Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten (Supreme Court) in Washington, D.C. seines Amtes enthoben: 2003 hatte er im Obersten Gerichtshof Alabamas einen tonnenschweren Granitblock mit einer Gravur der Zehn Gebote der Bibel aufstellen lassen, um seine Ăberzeugung auszudrĂŒcken, dass Staat und Religion nicht getrennt sein dĂŒrften und christlicher Glaube Vorrang vor sĂ€kularer Rechtspflege habe. SpĂ€ter fuhr er mit dem GranitwĂŒrfel auf einem Tieflader (im Volksmund Royâs Rock, âRoys Felsenâ) vor Kirchen und SupermĂ€rkten vor.cite-ref-badische-zeitung-de-11-12-017-frank-herrmann-2-1[2]
Vor der zweiten Entlassung als oberster Richter Alabamas hatte er ein Urteil des Supreme Court ignoriert, nach dem gleichgeschlechtliche Ehepartner nicht benachteiligt werden dĂŒrfen (zu seiner Haltung gegenĂŒber der LGBT-Community siehe unten).cite-ref-badische-zeitung-de-11-12-017-frank-herrmann-2-2[2]
Kontroverse politische Ansichten
Moore vertritt seit Jahren radikale politische Ansichten.cite-ref-3[3] Kritiker bezeichneten Moore wegen seiner oft religiös begrĂŒndeten Positionen als âAjatollah von Alabamaâ;cite-ref-4[4]cite-ref-5[5]cite-ref-6[6] seinen demokratischen Gegenkandidaten Doug Jones bei den Senatsnachwahlen im Dezember 2017 in Alabama bezeichnet er als âAbortion-Jonesâ (Abtreibungs-Jones), da dieser die bundesstaatlichen Gesetze zu SchwangerschaftsabbrĂŒchen nicht verĂ€ndern will.cite-ref-badische-zeitung-de-11-12-017-frank-herrmann-2-3[2]
In einem Interview mit einem konservativen US-Radiomoderator aus dem Jahr 2011 Ă€uĂerte er die Ansicht, dass mit einer Aufhebung aller ZusĂ€tze zur Verfassung der Vereinigten Staaten, die nach der Bill of Rights verabschiedet wurden, âviele Probleme gelöstâ wĂŒrden. Kommentare in den Medien wiesen darauf hin, dass dadurch auch die Abschaffung der Sklaverei (13. Verfassungszusatz) und die EinfĂŒhrung des Frauenwahlrechts (19. Verfassungszusatz) rĂŒckgĂ€ngig gemacht wĂŒrde.cite-ref-7[7]cite-ref-8[8]
Anfang 2017 erklĂ€rte er, die TerroranschlĂ€ge am 11. September 2001 seien möglicherweise die Strafe fĂŒr eine Entfremdung der Vereinigten Staaten von Gott, etwa durch das Zulassen von âSodomyâ und Abtreibungen.cite-ref-9[9] Nach seinem Sieg bei den Vorwahlen warb Moore dafĂŒr, den sĂ€kularen Rechtsstaat abzuschaffen und stattdessen âGottes Gesetzâ als einzig gĂŒltiges Recht zu etablieren.cite-ref-10[10] Im Jahr 2006 Ă€uĂerte er in einem Leitartikel die Ansicht, der neu gewĂ€hlte Kongressabgeordnete Keith Ellison dĂŒrfe aufgrund seines muslimischen Glaubens nicht in sein Amt eingeschworen werden. AuĂerdem sei er ĂŒberzeugt, der ehemalige PrĂ€sident Barack Obama sei nicht in den USA geboren.cite-ref-11[11] Er lehnt eigenen Angaben zufolge die Evolutionstheorie ab.cite-ref-12[12]
Bei einer Veranstaltung im September 2017 beantwortete er die Frage, wann Amerika zum letzten Mal âgroĂartigâ gewesen sei mit dem Satz: âIch denke, dass es groĂartig war, als die Familien einig waren, obwohl wir Sklaverei hatten... unser Land hatte Orientierung ...â und blendete damit zurĂŒck auf das Amerika Mitte des 19. Jahrhunderts.cite-ref-badische-zeitung-de-11-12-017-frank-herrmann-2-4[2] Bei derselben Veranstaltung bezeichnete er amerikanische Ureinwohner und asiatische Amerikaner als âRote und Gelbeâ.cite-ref-13[13]
Muslimen möchte Moore das passive Wahlrecht aberkennen, also die Möglichkeit, sich in ein politisches Amt wÀhlen zu lassen.cite-ref-badische-zeitung-de-11-12-017-frank-herrmann-2-5[2]
Positionen zur LGBT-Community
WĂ€hrend seiner Karriere als Richter und Politiker nahm Moore in zahlreichen ErklĂ€rungen und Gerichtsentscheidungen eine Ă€uĂerst kritische Haltung zur LGBT-Community ein. Initiativen zur Gleichstellung, insbesondere von Transgender-Personen und HomosexualitĂ€t, lehnte er entschieden ab. Seine Aussagen wurden in der öffentlichen Diskussion als homophob und transphob bezeichnet.cite-ref-14[14]cite-ref-15[15]cite-ref-16[16]
Moore zeigte sich in seinen Entscheidungen als Richter ablehnend gegenĂŒber der EheschlieĂung und dem Adoptionsrecht fĂŒr gleichgeschlechtliche Paare. In einem Gerichtsurteil als oberster Richter bezeichnete er in einer concurring opinion homosexuelles Verhalten als Scheidungsgrund, âVerbrechen gegen die Naturâ und einen âAkt unbeschreiblicher Abscheulichkeitâ:
âHomosexual behavior is a ground for divorce, an act of sexual misconduct punishable as a crime in Alabama, a crime against nature, an inherent evil, and an act so heinous that it defies one's ability to describe it. (deutsch: âHomosexuelles Verhalten ist ein Scheidungsgrund, ein Akt des sexuellen Missbrauchs, der in Alabama als Verbrechen strafbar ist, ein Verbrechen gegen die Natur, ein Ăbel in sich und ein so abscheulicher Vorgang, dass man es nicht beschreiben kann.â)â
â
Roy Moore
:
Urteil am Obersten Gericht des Staates Alabama, 15. Februar 2002
In einem Fernsehinterview im Jahr 2005 Ă€uĂerte er die Ansicht, homosexuelles Verhalten sollte kriminalisiert werden. Mit der Entscheidung Lawrence v. Texas, die 2003 zur Aufhebung aller âSodomieâ-Verbote fĂŒhrte, habe der Supreme Court sich widerrechtlich der gesetzgebenden Gewalt bemĂ€chtigt. Alabama hatte zu den 13 Staaten gehört, in denen bis zur Entscheidung des Obersten Gerichts Gesetze bestanden, die Geschlechtsverkehr unter MĂ€nnern unter Strafe stellten.cite-ref-18[18] Die Fernsehsender CNN und NBC News wiesen auf ein YouTube-Video (wahrscheinlich von 2015) hin, in dem Moore seine Aussage zur Kriminalisierung in Ă€hnlicher Form wiederholt.cite-ref-19[19]
Im Wahlkampf fĂŒr den Senatssitz in Alabama bekrĂ€ftigte er mehrfach seine ablehnende Haltung gegenĂŒber der LGBT-Community. Am Beginn der TV-Debatte mit seinem Konkurrenten Luther Strange zur Vorwahl der Republikaner erklĂ€rte Moore, er wolle das Land von der Political Correctness und âsozialen Experimentenâ wie der Gleichberechtigung âbefreienâ. Das Land werde von âKriminalitĂ€t, Korruption, Unsittlichkeit, Abtreibung und sexueller Perversionâ ĂŒberschwemmt (âCrime, corruption, immorality, abortion, sodomy, sexual perversion sweep our land.â). Tugend und Moral mĂŒsse wieder im Land einkehren.cite-ref-20[20] In einem Interview mit dem Guardian sagte er, wie einst Ronald Reagan ĂŒber Russland könne man heute ĂŒber die Vereinigten Staaten sagen, dass diese ein âBrennpunkt des Bösen in der Weltâ (âfocus of evil in the worldâ) seien, denn die US-Regierung setze sich fĂŒr âviele schlechte Dingeâ wie die gleichgeschlechtliche Ehe ein.cite-ref-21[21] Eine TV-Debatte mit seinem demokratischen Konkurrenten Doug Jones lehnte er ab und begrĂŒndete dies mit dessen âliberaler Haltung zur TranssexualitĂ€tâ.cite-ref-22[22]
Auf einer Pressekonferenz im November 2017 erklĂ€rte er, Transgenderpersonen stĂŒnden keine verfassungsmĂ€Ăigen Rechte zu.cite-ref-23[23]
Verlorene Nachwahl zum US-Senat 2017
â
Hauptartikel
:
AuĂerordentliche Wahl zum Senat der Vereinigten Staaten in Alabama 2017
Moore war Kandidat der Republikaner fĂŒr die Wahl am 12. Dezember 2017. Bei dieser wurde der Sitz im US-Senat neu besetzt, den Jeff Sessions bis zu seiner Ernennung als US-Justizminister in der Regierung Trump innehatte.
Nach Sessionsâ Ernennung bestimmte der damalige Gouverneur Alabamas Robert J. Bentley Luther Strange kommissarisch zu dessen Nachfolger. Strange bewarb sich auch in der Vorwahl innerhalb der Republikanischen Partei fĂŒr die Aufstellung als Kandidat fĂŒr die Nachwahl und wurde dabei von der ParteifĂŒhrung auf Bundesebene unterstĂŒtzt, unter anderem von US-PrĂ€sident Donald Trump und vom MehrheitsfĂŒhrer im US-Senat Mitch McConnell. Gegen Strange trat Roy Moore in der Vorwahl als Vertreter des rechtskonservativen ParteiflĂŒgels der Christlichen Rechten an und wurde dabei von Rechtspopulisten wie Stephen Bannon â der bis August 2017 Berater Trumps im WeiĂen Haus gewesen war â und dessen Breitbart News Network unterstĂŒtzt: Moore gewann die Stichwahl am 26. September 2017 mit 54,6 % der Stimmen (Strange: 45,4 %).cite-ref-24[24] Daher trat Moore Mitte Dezember 2017 bei der auĂerordentlichen Nachwahl fĂŒr die bis zur regulĂ€ren Wahl 2020 verbleibende Wahlperiode gegen den Demokraten Doug Jones an. Die Washington Post bezeichnete Stranges Niederlage als âpolitischen Blitzschlagâ mit Auswirkungen auf den âBĂŒrgerkriegâ innerhalb der Republikanischen Partei: Dadurch wĂŒrden Mandatsinhaber im Kongress demoralisiert, die sich Vorwahlherausforderern aus dem rechtspopulistischen Bereich gegenĂŒbersĂ€hen. Das Ergebnis brachte auch Fragen dazu auf, wie stark Trumps Einfluss auf seine rechte UnterstĂŒtzerbasis noch ist.cite-ref-25[25]
Da mit Moore ein Kandidat vom rechten Rand der Republikanischen Partei antrat, sahen die Demokraten eine AuĂenseiterchance, diese Nachwahl im konservativ geprĂ€gten Bundesstaat Alabama zu gewinnen. Zugleich galt das Ergebnis der republikanischen Vorwahl als richtungsweisend fĂŒr die Wahlen in den Vereinigten Staaten 2018. Bei der Nachwahl unterlag Moore mit wenigen zehntausend Stimmen Unterschied gegen Jones.cite-ref-26[26]
VorwĂŒrfe wegen sexuellen Missbrauchs auch von MinderjĂ€hrigen
Am 9. November 2017 machte die Washington Post Anschuldigungen einer Frau öffentlich, die behauptet, 1979 als 14-JĂ€hrige vom damals 32-jĂ€hrigen Moore zu sexuellen Handlungen veranlasst worden zu sein. Das Schutzalter betrĂ€gt im Bundesstaat Alabama 16 Jahre.cite-ref-27[27] Die Zeitung veröffentlichte zugleich die Aussagen von drei damals noch minderjĂ€hrigen Frauen, denen Moore zwischen 1979 und 1982 Avancen gemacht haben soll. Moore lieĂ diese VorwĂŒrfe bestreiten; sie seien von politischen Gegnern gestreut. Danach meldeten sich vier weitere Frauen und warfen Moore vor, er habe sie bedrĂ€ngt.cite-ref-28[28] Ein Polizeibeamter und ehemalige Mitarbeiter eines Einkaufszentrums berichteten, Moore habe in den spĂ€ten 1970er Jahren dort Hausverbot erhalten, da er immer wieder jungen MĂ€dchen nachgestellt habe.cite-ref-29[29] Moores Anwalt dementierte diese Berichte nicht ausdrĂŒcklich; er wies darauf hin, dass keine offiziellen Dokumente existierten, die diese Aussagen belegen könnten.cite-ref-30[30]
Möglicherweise in Frage kommende Straftaten wÀren nach vorherrschender Meinung in allen bekannten FÀllen verjÀhrt.cite-ref-31[31]
Moore kĂŒndigte an, die Washington Post fĂŒr ihre Berichterstattung wegen Verleumdung zu verklagen.cite-ref-32[32]
Kurz vor den Senats-Nachwahlen bezeugten bereits neun Frauen Anwendung sexualisierter Gewalt durch Moore gegen sie.cite-ref-badische-zeitung-de-11-12-017-frank-herrmann-2-6[2]
Reaktionen auf die MissbrauchsvorwĂŒrfe
Der republikanische MehrheitsfĂŒhrer im US-Senat, Mitch McConnell, erklĂ€rte am 9. November 2017, wenn die Anschuldigungen stimmen sollten, mĂŒsse sich Moore als Kandidat zurĂŒckziehen, und forderte das am 12. November ausdrĂŒcklich.cite-ref-33[33] Auch bei einer Distanzierung durch die Republikaner bliebe aber Moores Name weiterhin fĂŒr die Partei auf den Wahlzetteln stehen. Es gibt die Möglichkeit, auf dem Wahlzettel einen anderen Kandidaten handschriftlich hinzuzufĂŒgen (âWrite inâ); dafĂŒr wurde der Unterlegene der Vorwahl, der derzeitige Senator Luther Strange, ins GesprĂ€ch gebracht.cite-ref-34[34]
WĂ€hrend das Republican National Committee Moore daraufhin die UnterstĂŒtzung beim Spendensammeln entzog, behielt die bundesstaatliche Republikanische Partei Alabamas ihre UnterstĂŒtzung Moores bei.cite-ref-35[35] Der Republikaner Richard Shelby, neben Luther Strange zweiter US-Senator fĂŒr Alabama, erklĂ€rte, seine Stimme per Briefwahl nicht fĂŒr Moore, sondern fĂŒr einen Einschreibekandidaten abgegeben zu haben.cite-ref-36[36] Die groĂen Zeitungen Alabamas machten am 19. November 2017 mit dem Titel Stand for Decency, Reject Roy Moore auf (âSetzt euch fĂŒr Anstand ein, weist Roy Moore zurĂŒckâ) und bezeichneten den Demokraten Jones als einzigen Kandidaten als wĂŒrdig, den Bundesstaat im US-Senat zu vertreten.cite-ref-37[37] UnterstĂŒtzung erhielt Moore seitens seiner religiös-konservativen Basis.cite-ref-38[38] Besondere Aufmerksamkeit erhielt Jim Ziegler, der oberste RechnungsprĂŒfer Alabamas, der die Moore-AffĂ€re als âviel LĂ€rm und wenig dahinterâ (âmuch ado about very littleâ) bezeichnete; bei der Geburt Jesu sei die Jungfrau Maria auch noch ein Teenager und Josef ein erwachsener Mann gewesen.cite-ref-39[39] Theologen und Kirchenvertreter kritisierten diese Aussage als moralisch verwerflich und faktisch nicht zutreffend.cite-ref-40[40]
PrĂ€sident Donald Trump nahm zu Moores Kandidatur lange keine klare Haltung ein. Ăber seine Pressesprecherin lieĂ er verlaufen, die VorwĂŒrfe seien âbeunruhigendâ und mĂŒssten ernst genommen werden, die Frage nach dem nĂ€chsten Vertreter im Senat sollte jedoch von den WĂ€hlern im Staat Alabama getroffen werden.cite-ref-41[41] Am 21. November 2017 stellte sich Trump hinter Moore und verwies darauf, dass Moore die MissbrauchsvorwĂŒrfe zurĂŒckweise.cite-ref-42[42] Am 26. November erklĂ€rte er ĂŒber Twitter, Moores Konkurrent Doug Jones sei âeine Katastropheâ; man dĂŒrfe den Demokraten um MinderheitsfĂŒhrer Chuck Schumer nicht die Kontrolle ĂŒber den Senat ĂŒberlassen.cite-ref-43[43] Am 4. Dezember 2017 gab ein Sprecher des WeiĂen Hauses bekannt, dass Trump eine offizielle Wahlempfehlung (Endorsement) fĂŒr Moore abgegeben habe,cite-ref-44[44] woraufhin das Republican National Committee die finanzielle UnterstĂŒtzung Moores wieder aufnahm.cite-ref-45[45] Viele US-Senatoren der Partei blieben bei ihrer skeptischen Haltung; Susan Collins erklĂ€rte, sie halte die UnterstĂŒtzung Moores fĂŒr einen Fehler, Jeff Flake spendete fĂŒr dessen Konkurrenten Jones.cite-ref-46[46]
Auswirkung der MissbrauchsvorwĂŒrfe in den Umfragen
Siehe auch
:
AuĂerordentliche Wahl zum Senat der Vereinigten Staaten in Alabama 2017#Umfragen
und Umfrageergebnisse der Senatswahl 2017 in Alabama
Moore hatte vor Bekanntwerden der MissbrauchsvorwĂŒrfe am 9. November die Umfragen zur Wahl im Schnitt mit 48:42 Prozent gefĂŒhrt und damit bereits deutlich knapper als fĂŒr einen republikanischen Kandidaten ĂŒblich.cite-ref-47[47] Mit einem Cook Partisan Voting Index von R+15 gilt Alabama als sehr sicherer Staat fĂŒr die Republikaner.cite-ref-48[48] Der bisherige MandatstrĂ€ger Jeff Sessions hatte die Senatswahlen in Alabama seit seiner ersten Wahl im Jahr 1996 mit groĂem Abstand gewonnen. Bei der Wahl im Jahr 2014 hatten die Demokraten auf die Aufstellung eines Gegenkandidaten verzichtet.cite-ref-49[49]
In einer ersten Umfrage am Tag nach Bekanntwerden der MissbrauchsvorwĂŒrfe, bei der 82 Prozent der Teilnehmer angaben, von den Anschuldigungen erfahren zu haben, lag Moore mit dem demokratischen Gegenkandidaten gleichauf bei 46 Prozent. Zugleich erklĂ€rten 54 Prozent der WĂ€hler und 73 Prozent der Republikaner, Moore solle seine Kandidatur aufrechterhalten.cite-ref-50[50] Von da an sahen die Umfragen mal den einen und mal den anderen Kandidaten in FĂŒhrung. Weil die Wahlbeteiligung bei Nachwahlen generell schwer einzuschĂ€tzen ist und bei den auĂerordentlichen UmstĂ€nden dieser Wahl im Besonderen, galten die Umfragen als wenig aussagekrĂ€ftiger Indikator.cite-ref-51[51]
Persönliche Auswirkungen der MissbrauchsvorwĂŒrfe
Im MĂ€rz 2018 startete Moore ein Crowdfundingprojekt mit dem Ziel, 250.000 US-Dollar von den UnterstĂŒtzern seiner Kandidatur einzuwerben, um von den mutmaĂlichen BelĂ€stigungsopfern angestrengte Klagen abzuwehren.cite-ref-52[52] In einer Mitteilung auf Facebook gab Moore an, die Kosten fĂŒr seinen Rechtsbeistand könnten sich auf ĂŒber 100.000 US-Dollar belaufen. Schwule, Lesben und Transgender hĂ€tten sich mit denjenigen verbĂŒndet, die Abtreibungen und Sodomie befĂŒrworteten. In solch âgefĂ€hrlichen Zeitenâ dĂŒrften Christen es sich nicht erlauben, untĂ€tig zu bleiben (gefolgt von einem Bibelzitat der Verse 2 Timotheus 3-4). Nach der gescheiterten Kandidatur seien seine finanziellen Ressourcen jedoch erschöpft. Daher benötige er jetzt finanzielle Hilfe, um mit einem Rechtsverteidigungsfonds (Roy Moore Legal Defense Fund) diejenigen, âdie Amerika zerstören wolltenâ, endgĂŒltig zu besiegen.cite-ref-53[53]cite-ref-54[54]cite-ref-55[55]
Wahlen zum US-Senat 2020
Am 20. Juni 2019 kĂŒndigte Moore an, bei den Wahlen zum US-Senat im Jahr 2020 erneut antreten zu wollen.cite-ref-56[56] Im Wahlkampf zur republikanischen Vorwahl stellte er sich als KĂ€mpfer fĂŒr die Religionsfreiheit dar, die er mit seiner Weigerung, den Granitblock mit den Zehn Geboten aus dem Obersten Gerichtshof zu entfernen, und der Ablehnung gleichgeschlechtlicher Ehen als Richter verteidigt hĂ€tte.cite-ref-0-57-0[57]
Bei der Vorwahl am 3. MĂ€rz 2020 erhielt er 7,2 % der Stimmen und schied damit aus dem Rennen aus.cite-ref-0-57-1[57]
Weblinks
Commons
: Roy Moore
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą WahlkampfâWebsite Moores (englisch)
âą YouTubeâKanal von Roy Moore
âą John Oliver: Roy Moore in Last Week Tonight with John Oliver vom 29. Oktober 2017 (englisch)
âą Joshua Shiver: Roy Stewart Moore. In: Encyclopedia of Alabama, 24. Januar 2020, zuletzt aktualisiert am 27. Februar 2024.
FuĂnoten
cite-note-11. â 8. August 2017: Wahlwerbespot von Roy Moore, abgerufen am 12. November 2017
cite-note-badische-zeitung-de-11-12-017-frank-herrmann-22. â badische-zeitung.de, 11. Dezember 2017: Frank Herrmann: Der Donald Trump von Alabama - Ausland - Badische Zeitung. (badische-zeitung.de [abgerufen am 11. Dezember 2017]).
cite-note-33. â Washington Post 9. November 2017: A list of the many righteous things Roy Moore has said about sex and morality, abgerufen am 19. November 2017.
cite-note-55. â New York Magazine 3. Oktober 2017: Democrats Have a Real Chance to Beat Roy Moore â They Should Take It, abgerufen am 19. November 2017.
cite-note-66. â Chicago Tribune 19. November 2017: Not going to miss the Ayatollah of Alabama': State's chief justice removed in gay-marriage dispute, abgerufen am 19. November 2017.
cite-note-1010. â Trumps Parteifreund will âGottes Gesetzâ etablieren. In: FAZ.net, 27. September 2017.
cite-note-1212. â Washington Post 21. September 2017: Roy Moore disrupts U.S. Senate race in Alabama, abgerufen am 19. November 2017.
cite-note-1313. â In Alabama, the heart of Trump country, many think he's backing the wrong candidate in Senate race, Lisa Mascaro, Los Angeles Times, 21. September 2017
cite-note-1414. â Baltimore Sun 19. November 2017: Hogan says Alabama GOP candidate Moore is 'unfit for office,' criticizes his defenders, abgerufen am 19. November 2017.
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cite-note-171. Alabama Supreme Court 15. Februar 2002: Zustimmendes Urteil ("Concurring Opinion") von Richter Roy Moore (Zitation: 830 So. 2d 21), abgerufen am 19. November 2017.
cite-note-1919. â CNN 19. November 2017: Senate candidate Roy Moore in 2005: Homosexual conduct should be illegal, abgerufen am 19. November 2017; YouTube, Upload am 23. Mai 2015: Interview mit Roy Moore (9:27), abgerufen am 19. November 2017; NBC News 22. September 2017: Homosexual Conduct Should Be Illegal, Roy Moore Said in Interview, abgerufen am 19. November 2017.
cite-note-2020. â Golden State Times (YouTube-Kanal) 21. September 2017: TV-Debatte zwischen Roy Moore und Luther Strange (7:45), (9:08), (8:40), abgerufen am 19. November 2017.
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cite-note-2424. â Alabama Election Results: Roy Moore Advances in Race for U.S. Senate Seat. In: The New York Times, 27. September 2017 (englisch).
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